| I'm a Cyborg, But That's OK (Saibogujiman kwenchana) |
| Geschrieben von: b0zen |
| Mittwoch, den 26. März 2008 um 09:23 Uhr |
Am Dienstag haben sich drei Kollegen und ich gedacht, dass wir mal ins Kino gehen könnten. Die Auswahl dieser Tage ist nicht so leicht, da nichts wirklich interessantes kommt. Also dachte ich mir, ich schlage mal etwas kulturell Anspruchsvolleres vor. Gesagt, getan: "I'm a Cyborg, But That's OK" klang gut. Das Kino "Filmhaus" befand sich auch entsprechend im "Kulturhaus" nahe des Hauptbahnhofs in Nürnberg. Die Leute sahen so aus, wie man sie sich vorstellt, leicht links alternativ angehaucht. Auch der ein oder andere mit schwarzem Mantel und geschminktem Gesicht sass mit im Kinosaal. Am Anfang gab es noch eine kurze Vorschau auf andere B-Movies. Zum einen "Das jüngste Gewitter", der ziemlich witzig zu sein scheint und "Hollunderblüte", den man dem Trailer nach besser nicht schaut, sofern man kein depressiver Kunststudent ist. Gut, der Film ging endlich los und wir waren schon ganz gespannt. Es war eine Halle zu sehen in der Radios zusammengebaut wurden. Es fehlten noch wenige Bauteile und gleich wäre das Radio fertig, dann würde der Ton kommen, dachten wir. Naja ihr habt's geahnt: der fehlende Ton war kein künstlerisches Element, sondern es lag einfach daran, dass der Projektor kaputt war. Nach einigen Minuten hat mal jemand Bescheid gegeben, der Film wurde zurückgespult und in den anderen Projektor eingelegt und dann konnte es endlich losgehen... Yeong-gun (Lim Su-jeong) (Byeong-ok Kim) hat einen ganz schönen Sprung
in der Schüssel. Sie hört Stimmen und hält sich für einen
Cyborg-Roboter, also eine Chimäre aus Mensch und Maschine. Das wäre
womöglich noch nicht weiter schlimm, würde sie nicht in der Logik des
Wahnsinns gelegentlich ihre Energiereserven "aufladen", indem sie
Batterien herunterschluckt oder lutscht, oder ihre Hand in eine
Steckdose hält.Eines Morgens wacht Yeong-gun demzufolge in einer Nervenheilanstalt auf, und an diesem Ort freundlicher Obhut und gedämpfter Farben wird der Film von nun an spielen. Statt mit ihrem Arzt redet sie auch dort lieber mit den umherstehenden Maschinen, und füllt ihre Gedächtnislücken mit frisch erdachten phantastischen Geschichten. In der folgenden Zeit lernt Yeong-gun - und wir Zuschauer mit ihr - dann auch die anderen Insassen des Irrenhauses kennen, darunter ein Mädchen, dass sich für eine Schweizer Jodlerin hält, einen Paranoiker, und den Kleptomanen Il-sun (der von Asia-Pop-Idol Rain, im echten Leben Jeong Ji-hun gespielt wird). Die beiden verlieben sich ineinander, was in der Folge zu der charmanten Erzähl-Variante führt, dass der Kleptomane Yeong-guns Phantasien "stehlen" will. Der besondere Charme und die visuelle Faszination dieses Films liegen darin, dass Park Chan-wook den sozialen Kosmos des Irrenhauses und auch den Rest der Welt aus der Innensicht der Kranken, vor allem Yeong-guns zeigt - was sie phantasieren und sich ausdenken, wird also im Film in Bilder verwandelt. Das bedeutet dann, das Yeong-gun zum Beispiel tatsächlich wie ein Kampfroboter aus ihren Fingern ballern kann und einmal das gesamte Anstaltspersonal umnietet - mit nicht sehr gewalttätigen Folgen allerdings, denn es geschieht ja "nur" in ihrer Einbildung. Visuell aber gilt für den Zuschauer: What you see is, what you get. Der Koreaner Park Chan-wook ist einer der größten Virtuosen und überhaupt der spannendsten Regisseure des Gegenwartskinos. Südkorea 2006, 105 Minuten Regie: Park Chan-wook Drehbuch: Park Chan-wook, Jeong Seo-gyeong Kamera: Jeong Jeong-hun Darsteller: Lim Soo-jung, Jung Ji-hoon, Choi Hie-jin, Lee Yong-nyeo u.a. Text-Quelle: http://www.artechock.de/film/text/kritik/i/imacy.htm mehr: http://www.im-a-cyborg.de/ http://german.imdb.com/title/tt0497137/ http://www.rapideyemovies.de/movies/i-am-a-cyborg-btok/ |
Am Dienstag haben sich drei Kollegen und ich gedacht, dass wir mal ins Kino gehen könnten. Die Auswahl dieser Tage ist nicht so leicht, da nichts wirklich interessantes kommt. Also dachte ich mir, ich schlage mal etwas kulturell Anspruchsvolleres vor. Gesagt, getan: "I'm a Cyborg, But That's OK" klang gut. Das Kino "Filmhaus" befand sich auch entsprechend im "Kulturhaus" nahe des Hauptbahnhofs in Nürnberg. Die Leute sahen so aus, wie man sie sich vorstellt, leicht links alternativ angehaucht. Auch der ein oder andere mit schwarzem Mantel und geschminktem Gesicht sass mit im Kinosaal. Am Anfang gab es noch eine kurze Vorschau auf andere B-Movies. Zum einen "Das jüngste Gewitter", der ziemlich witzig zu sein scheint und "Hollunderblüte", den man dem Trailer nach besser nicht schaut, sofern man kein depressiver Kunststudent ist. Gut, der Film ging endlich los und wir waren schon ganz gespannt. Es war eine Halle zu sehen in der Radios zusammengebaut wurden. Es fehlten noch wenige Bauteile und gleich wäre das Radio fertig, dann würde der Ton kommen, dachten wir. Naja ihr habt's geahnt: der fehlende Ton war kein künstlerisches Element, sondern es lag einfach daran, dass der Projektor kaputt war. Nach einigen Minuten hat mal jemand Bescheid gegeben, der Film wurde zurückgespult und in den anderen Projektor eingelegt und dann konnte es endlich losgehen...
Yeong-gun (Lim Su-jeong) (Byeong-ok Kim) hat einen ganz schönen Sprung
in der Schüssel. Sie hört Stimmen und hält sich für einen
Cyborg-Roboter, also eine Chimäre aus Mensch und Maschine. Das wäre
womöglich noch nicht weiter schlimm, würde sie nicht in der Logik des
Wahnsinns gelegentlich ihre Energiereserven "aufladen", indem sie
Batterien herunterschluckt oder lutscht, oder ihre Hand in eine
Steckdose hält.









