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Letzen Samstag war ich das erste Mal in einem Improvisationstheater und zwar im Bühnenrausch in Prenzl'berg, Erich-Weinert-Str. 27. Es ist eine recht kleine Bühne, die jedoch immerhin eine Bar und einen kleinen Vorraum ihr eigen nennt. Das Stück hieß Santa Catalina und spielte drei Folgen der vermutlich auch improvisierten TV-Serie "Medi Night" nach. Wie der ein oder andere vielleicht nicht weiß, lebt ein Improvisationsstück davon, dass die Zuschauer aktiv werden und die Darsteller deren Wünsche spontan mit in die Aufführung einbauen. Zu allererst mußte das Publikum also aufgelockert werden und die Idee war, dies durch drei Aktionen zu forcieren.
Die erste war das alte "ich komme nochmal rein und dann ist der Applaus noch lauter als eben", allerdings sympathisch umgesetzt. Die zweite Aktion zum Schaffen einer familiären Situation war die folgende: Jeder sollte einmal die links und einmal die rechts von sich sitzende Person massieren. Ich saß glücklicherweise rechts am Rand, sodass ich nur genötigt war, die mir bekannte links von mir sitzende Dame zu massieren. Woanders hätte ich allerdings nicht gern gesessen. Wer fasst schon gern fremde Leute an? Die dritte Aktion war wieder vergleichsweise harmlos. Die Zuschauer wurden gebeten, einige bei sich geführte Gegenstände abzugeben, um diese in die Vorführung einbauen zu können.Gut die Einführung war nun durch und das eigentliche Stück konnte beginnen. Eine ältere Dame, eine jüngere Dame und ein eher jüngerer Herr, der mir irgendwie bekannt vorkam, versuchten sich also an einem improvisierten Stück, welches durch Zuschauerunterbrechungen ständig neue Wendungen erhielt. Insgesamt wurde kontinuierlich versucht, die dadurch sehr unterschiedlichen Handlungsstränge wieder zusammenzuführen. Dabei gab es aufgrund der vielfältigen Spielsituationen, die man sich merken musste, hin und wieder leichte Inkonsistenzen, sowohl durch das Publikum hervorgerufen, als teils auch durch die Akteure. Das ganze wirkte dadurch gelegentlich etwas holprig und konstruiert. Es gab aber gute Lacher. Insgesamt war der Abend schon recht unterhaltsam und ich kann die Bühne jedem empfehlen, der mal etwas Neues sehen möchte. Meinen Geschmack traf es dennoch nicht hundertprozentig. Ich bevorzuge offenbar eher Shows mit festgelegten Texten, vor allem ohne Publikumsinteraktion. |